Umwelt- und Klimabilanz der memo AG
Wissenschaftliche Analysen, wie der Weltklimabericht und die steigende Anzahl von Klimakatastrophen (Starkregen, Trockenheit, etc.) belegen, dass die Erreichung einer klimaneutralen Gesellschaft immer dringlicher wird. Klimaneutralität bedeutet, dass durch einen Prozess oder eine Tätigkeit – beispielsweise die Herstellung eines Produktes – entweder erst gar keine Treibhausgase entstehen oder die entstandenen Treibhausgase vollständig kompensiert werden.
So ist auch das vorrangige Ziel der memo AG, Emissionen durch geeignete technische oder organisatorische Maßnahmen zu vermeiden oder soweit möglich zu reduzieren.
Unsere Klimabilanz und ihre Systemgrenzen
Die Erstellung unserer eigenen Klimabilanz ist eine Grundvoraussetzung für die Identifikation von Optimierungspotenzialen und die Umsetzung geeigneter Maßnahmen zur Vermeidung von Treibhausgas-Emissionen. Bei der Erstellung unserer Klimabilanz orientieren wir uns an den Richtlinien des Greenhouse Gas Protocol sowie der ISO 14064 und führen zwei Kategorien: eine für Scope 1- und Scope 2-Emissionen sowie eine für Scope 3-Emissionen.
Emissionen im Bereich Scope 1 und Scope 2 umfassen den Energieverbrauch durch Wärme- und Strombedarf für unser Unternehmen, den Kraftstoffverbrauch unseres eigenen Fuhrparks durch Geschäftsreisen oder unseren eigenen Papierverbrauch. Diese Prozesse steuern wir selbst.. Die Scope 1+2-Emissionen unserer Klimabilanz beliefen sich im Jahr 2025 auf 59.462 kg CO2e.
Bei der Definition unserer Klimaziele orientieren wir uns an den Vorgaben der Science Based Target-Initiative. Für mittelständische Unternehmen gibt diese eine Reduzierung der Emissionen im Bereich Scope 1 und Scope 2 um 42 % bis zum Jahr 2030 vor. Basisjahr ist 2020. Demnach liegt unser Zielwert für 2030 bei 42.600 kg CO2e.
Da die memo AG bereits weit vor dem Jahr 2020 umfassende Maßnahmen umgesetzt und die Emissionen auf ein sehr geringes Maß reduziert hat, ist dieses Ziel sehr ambitioniert. In manchen Bereichen, wie z. B. bei den Geschäftsreisen sind wir zudem auf die technologische Marktentwicklung angewiesen. Dennoch sind wir zuversichtlich, dass wir unsere gesteckten Klimaziele erreichen.
Emissionen im Bereich
Scope 1 und Scope 2
Insgesamt konnten wir die relevanten Emissionen seit dem Basisjahr 2020 um knapp 20 % reduzieren. Gegenüber dem Vorjahr sind die Emissionen in 2025 wieder leicht gesunken um 2,86 %. Wir liegen nun wieder auf dem Niveau des Jahres 2023. Der leichte Anstieg im Jahr 2024 war auf einen vergleichsweise langen Ausfall unserer Holz-Hackschnitzelheizung zurückzuführen. Während dieser Zeit mussten wir unsere Ölheizung intensiv nutzen, die eigentlich nur noch für sehr kurze Ausfallzeiten eingeplant war. Da die technischen Probleme inzwischen gelöst sind, sehen wir uns weiterhin auf einem guten Weg das ambitionierte Ziel für 2030 zu erreichen. Für den Zielwert 2030 müssen die jährlichen Emissionen noch um etwa 16.800 kg CO2e reduziert werden.

Wärmeversorgung
Im Jahr 2025 konnten wir unsere Holzhackschnitzelheizung nach einem längeren Ausfall im Jahr 2024 wieder sehr stabil betreiben und mit 20.875 kg CO2e einen sehr niedrigen Emissionswert für unsere Wärmeversorgung erzielen. Seit dem Jahr 2020 konnten wir die Emissionen in diesem Bereich um 17 % senken.
Durch geeignete Maßnahmen versuchen wir auch künftig die Ausfallsicherheit der Holzhackschnitzelheizung weiter zu erhöhen und sind zuversichtlich das gesteckte Ziel bis zum Jahr 2030 weiterhin zu erreichen. Darüber hinaus streben wir mittelfristig eine emissionsarme Versorgung des Gebäudes „Am Biotop 4“ an, welches bisher aus technischen Gründen noch mit Flüssiggas betrieben wird.
Stromverbrauch
Wir beziehen bereits seit 2001 ausschließlich regenerativ erzeugten Strom und setzen kontinuierlich Energieeinsparungsmaßnahmen um, auch den Stromverbrauch selbst zu minimieren. Durch unsere direkte Stromversorgung entstehen deshalb nahezu keine Emissionen.
Papierverbrauch
Da wir ausschließlich Recyclingpapier einsetzen und einen relativ geringen Papierverbrauch haben, entstehen auch in diesem Bereich kaum Emissionen. In 2025 waren dies 1.507 kg CO2e. Durch die fortschreitende Digitalisierung unserer Unternehmensprozesse, reduzieren wir unseren internen Papierverbrauch kontinuierlich.
Kältemittel
Kältemittel werden bei memo nur sehr selten benötigt. Im Rahmen einer regelmäßigen Wartung unserer Klimaanlage im Serverraum wurde 2024 0,75 kg Kältemittel zugeführt und dadurch 1.566 kg CO2e verursacht. 2e
Geschäftsreisen
Im Jahr 2025 wurden durch Geschäftsreisen mit unseren Pkws und dem Lkw insgesamt 37.224 kg CO2e verursacht. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies eine Steigerung um 26%. Zurückzuführen ist diese auf eine deutlich gestiegene Fahrleistung mit unserem Lkw. Gleichzeitig haben wir unseren Erdgas-Lkw aus dem Fuhrpark genommen, da einige sehr kostenintensive Reparaturen notwendig waren, die in keiner Relation zum Nutzen und Wert des Fahrzeugs standen. Zudem wurde das Erdgas-Tankstellennetz in unserer Region immer kleiner. Aus diesem Grund mussten immer mehr Umwege und damit unnötige Mehrfahrten getätigt werden, die auch ökologische Auswirkungen verursachten. Aufgrund unserer Erfahrungen mit dem Erdgas-Lkw und der weiterhin aus unserer Sicht noch zu wenig ausgereiften Elektrotechnik für Lkws, haben wir uns entschieden einen herkömmlichen Diesel-Lkw zu beschaffen, der jedoch die neuesten Emissionsklassen erfüllt. Der Lkw wird in erster Linie für Fahrten in der Region in unsere regionalen Außenlager und für Lieferungen an Kunden, die wir in Ausnahmefällen selbst vornehmen, eingesetzt.
Da aktuell knapp 63% der Scope 1- und 2-Emissionen unseres Unternehmens durch Geschäftsreisen verursacht werden, haben wir uns entschieden unseren Fuhrpark sukzessive durch emissionsarme und energiesparende Fahrzeuge weiter zu optimieren und haben dazu eine Maßnahme in unserem Managementprogramm definiert.
Da sich der gesamte Themenkomplex weiterhin in einem sehr dynamischen Prozess befindet, werden wir den Markt laufend analysieren und in Abhängigkeit der verfügbaren finanziellen Kapazitäten und der technischen Entwicklung neue Lösungen umsetzen.
Darüber hinaus sind weitere organisatorische Maßnahmen, wie die zunehmende Intensivierung von Videokonferenzen mit Kund*innen und Lieferant*innen, oder die Optimierung unserer Logistikprozesse geplant.
Emissionen im Bereich
Scope 3
Wesentliche Scope 3-Emissionen unserer Klimabilanz sind z. B. der Versand unserer Waren, die Herstellung unserer Versandverpackungen, die Herstellung und der Versand unserer Produktkataloge und Mailings sowie die Anfahrt der Mitarbeitenden zu ihrem Arbeitsplatz bei der memo AG. Die Kennzahlen zur Berechnung der Emissionen beruhen auf Angaben unserer Geschäftspartner*innen und Mitarbeitenden. Als Systemgrenze für relevante Scope 3-Emissionen haben wir Aspekte gewählt, die für unseren Geschäftsbetrieb wesentlich sind und die wir durch Auswahl der Geschäftspartner*innen oder Materialien selbst beeinflussen können.
Scope 3-Emissionen, die wir nicht direkt beeinflussen können, bzw. deren Ermittlung für uns wirtschaftlich und organisatorisch nicht realisierbar ist, sind nicht Bestandteil unserer Klimabilanz. Dazu gehört beispielsweise die Beschaffung unserer Waren von Lieferant*innen bzw. Hersteller*innen. Auch wenn diese Aspekte nicht Bestandteil unserer Klimabilanz sind, versuchen wir dennoch durch geeignete Maßnahmen unseren Beitrag zur Reduzierung ihrer Umweltauswirkungen zu leisten.
Warenversand
Der Paketversand aus dem Lager der memo AG erfolgte 2025 mit drei Partnerunternehmen, die jeweils Initiativen zur Berechnung und Reduzierung der Treibhausgasemissionen, die durch den Versand und die Verteilung der Sendungen entstehen, betreiben. Gegenüber dem Vorjahr sind die Emissionen durch den Paketversand der memo AG um 23 % deutlich gestiegen auf insgesamt 279.059 kg CO2e. Da unser Partnerunternehmen DHL Group im Vergleich die niedrigsten durchschnittlichen Emissionswerte aufweist, haben wir beschlossen ab 2026 die Zusammenarbeit weiter zu intensivieren und dadurch Emissionen weiter zu reduzieren. .
Die Emissionen im Stückgutversand sind gegenüber dem Vorjahr um 51 % gesunken, auf 13.750 kg CO2e. Auch hier arbeiten wir mit Spediteur*innen zusammen, die ein Umweltprogramm betreiben und sich Klimaziele gesteckt haben.
Insgesamt sind die Emissionen für unseren Warenversand gegenüber dem Basisjahr 2020 um 19 % gesunken. Der Warenversand verursacht einen großen Teil der Emissionen unserer gesamten Klimabilanz.
Transportverpackungen
Für den Versand unserer Waren verwenden wir neben herkömmlichem Recyclingkarton, Behälter aus Recyclingkunststoff für unser Mehrwegversandsystem „memo Box“.
Herstellung der „memo Box“
Mit der „memo Box”, unserem Mehrweg-Versandsystem, setzen wir im Branchenvergleich ökologische Maßstäbe. Aufgrund der Vermeidung von Abfällen sowie der Ressourcenschonung durch mehrfache Wiederverwendung ist die „memo Box“ mit dem Blauen Engel ausgezeichnet. Um die Umweltauswirkungen des Mehrweg-Versandsystems zu minimieren, wird die „memo Box“ aus dem Recycling-Kunststoff „Procyclen“, der aus Haushaltsabfällen besteht, produziert. Gegenüber vergleichbaren Produkten aus konventionellem Kunststoff werden die Treibhausgasemissionen bei der Herstellung der „memo Box“ um bis zu 30 % verringert. Da die „memo Box“ im Mehrwegsystem immer wieder verwendet werden kann, müssen über die Jahre kaum neue Boxen produziert werden. Im Jahr 2025 mussten allerdings mit 1.060 Boxen vergleichsweise viele neue Boxen neu in das System integriert werden. Durch die Herstellung dieser Boxen entstanden 3.840 kg CO2e.

Herstellung der Versandkartons
In Relation zur „memo Box“ entstehen für die Herstellung der benötigten Versandkartonagen eines Jahres deutlich mehr Emissionen. Im Jahr 2025 wurden so 134.073 kg CO2e erzeugt. Gegenüber dem Mehrwegsystem wird der Versandkarton nach jeder Lieferung über den Papierabfall entsorgt und im besten Fall zu einem neuen Karton recycelt. Dadurch entstehen im Vergleich hohe Umweltauswirkungen.
Herstellung und Versand von Werbemitteln
Durch einen kontinuierlichen Verzicht auf Produktkataloge und die systematische Planung von Auflage, Umfang und Format unserer Werbemittel konnten wir die Emissionen für die Herstellung und den Versand unserer Werbemittel Jahr für Jahr reduzieren. 2025 entstanden 15.071 kg CO2e-Emissionen für die Herstellung und 10.530 kg für den Versand. Seit dem Jahr 2020 sind die Emissionen für die Herstellung und den Versand unserer Kataloge und Mailings um etwa 67 % gesunken.

Mitarbeiter*innenmobilität
Im Jahr 2022 haben wir erstmals die Anfahrtswege der Mitarbeitenden in unsere Klimabilanz aufgenommen.
Um die entsprechenden Daten zu gewinnen, führen wir jährlich eine Umfrage bei unseren Mitarbeitenden zu den genutzten Verkehrsmitteln, der Entfernung zum Arbeitsplatz, sowie der in Greußenheim verbrachten Arbeitstage durch.
Insgesamt haben sich für das Jahr 2025 70 % der Mitarbeitenden an der Umfrage beteiligt. Eine hohe Teilnahmequote ist wichtig, für eine möglichst genaue Ermittlung der Kennzahlen zu den Emissionen. Fehlende Angaben werden mit Durchschnittswerten und einem Sicherheitsaufschlag berücksichtigt.
Der durchschnittliche Fahrtweg pro Mitarbeitenden zur memo AG beträgt, wie bereits in den Vorjahren, etwa 20 km. Die memo AG sitzt am Unternehmensstandort Greußenheim relativ ländlich und ist vergleichsweise schlecht mit dem öffentlichen Personennahverkehr zu erreichen. Aus diesem Grund nutzen etwa 82 % der Mitarbeitenden einen Pkw für ihren Arbeitsweg. 2/3 dieser Mitarbeitenden nutzen einen Pkw mit herkömmlichem Benzin oder Diesel für ihren Arbeitsweg. 2024 waren dies noch über 70 %. Die Emissionen sind gegenüber den Vorjahren deutlich gesunken, und betragen 2025 165.000 kg (2024: 226.500 / 2023: 202.300 kg / 2022: 207.000 kg). Nach dem Warenversand ist dies aktuell der größte Posten unserer Klimabilanz.
Drei Mitarbeitende fahren regelmäßig mit dem Fahrrad bzw. E-Bike zur Arbeit und haben damit insgesamt eine Strecke von 5.782 km zurückgelegt. Lediglich fünf Mitarbeitende nutzen regelmäßig den öffentlichen Nahverkehr.
Stand: 12/2025